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Ortwechsel: Fidschi-Inseln

Mark Rudel erlebt als Arzt auch das Elend am Rande der Großstadt. Für die Schattenseiten entschädigt Windsurfen - und das schönste Lächeln der Welt.
In zehn Minuten ist Mark Rudel mit dem Scooter im Krankenhaus: "Kühl wird es nie - höchstens nass", sagt der 46-jährige Augenarzt. 200 Tage Regen im Jahr hinterlassen Spuren: "Unser Haus fängt langsam an zu schimmeln, alles wird rostig." Seit sieben Jahren lebt der Mediziner in Fidschi - "politisch blicke ich da nicht mehr durch" - und bekommt verstärkt zu spüren, was der letzte militärische Umsturz vor zwei Jahren nach sich gezogen hat: Unsicherheit, wachsende Armut, mehr Kriminalität. Alarmanlagen und hohe Gitterzäune halten längst nicht mehr alle Einbrecher ab. "Man muss vor allem abends aufpassen, wo man sich bewegt."
Die zwischen jetzt und der Unendlichkeit angesiedelte "Fiji Time" - für einen pünktlichen Deutschen gewöhnungsbedürftig - hat durchaus auch Vorteile: "Es läuft alles lockerer und entspannter ab. Niemand stresst sich. Und wenn ich etwas später in die Klinik komme, weil ich noch windsurfen war, fällt das nicht groß auf."
Was das Leben in Fidschi ausmacht, sind die Menschen: "Unglaublich offen, freundlich und hilfsbereit."
(Text: Anke Richter; Illustration: Bente Schipp)